Pressemitteilungen der ASF Herzogenaurach


Schnellbusse, Minijobs und geschlechtergerechte Sprache

Herzogenaurach - Frauenpolitik ist mehr als der Einsatz für Kitaplätze. Die Herzogenauracher Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) befasst sich in den kommenden Monaten mit Mobilität, mit dem Arbeitsmarkt für Frauen und mit Geschlechtergerechtigkeit.

Bei ihrer jüngsten Vorstandssitzung diskutierte die ASF über eine umwelt- und menschenfreundlichere Verkehrspolitik für Herzogenaurach. Thema waren: eine bessere Infrastruktur für Fußgänger mit Bewegungsanreizen und Sitzmöglichkeiten; weniger Autos, insbesondere in der Innenstadt; Tempo 30 im ganzen Stadtgebiet; mehr verkehrsberuhigte Bereiche; Maßnahmen gegen "Elterntaxis" an Schulen; günstigere Tarife im Nahverkehr und ein Schnellbus ins Nürnberger Zentrum, solange die StuB noch nicht fährt.

Wie Mini- und Teilzeitjobs, Ehegattensplitting, Familienzeiten ohne Einkommen und nicht zuletzt die geringere Bezahlung für gleiche Arbeit Frauen direkt in die Altersarmut führen, will die ASF speziell für Herzogenaurach herausarbeiten und 2016 in einer Ausstellung zeigen. Gezeigt wird auch, wie Frauen dafür sorgen können, dass ihre Rente bei derart ungünstigen Voraussetzungen für ein Alter in Würde reicht.

Schließlich möchte die ASF die geschlechtergerechte Sprache aus der pseudowissenschaftlichen Diskussion herausholen. Sprachgeschichtliche und soziologische Untersuchungen sollen klären, ob mit dem Binnen-I beim Schreiben und Formulierungen wie "liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger" beim Sprechen tatsächlich erreicht wurde, was Frauenrechtlerinnen sich vor 40 Jahren davon erhofften: die Gleichberechtigung der Frau. "Vielleicht schlagen wir Bürgermeister Hacker am Ende vor, sein Volk künftig einfach mit 'liebe Herzogenauracher' anzusprechen", sagt die ASF-Vorsitzende Ursula Walther. Das Ergebnis der Sprachdiskussion sei noch völlig offen.

(PM vom 5. Juli 2015)